Jagdprüfung
Die Jagdprüfung - das grüne Abitur
Wer Jäger werden will, der muss seit dem Jahr 1936 im Besitz einer behördlichen Erlaubnis sein. Diese nennt sich Jagdschein. Voraussetzung hierfür ist, dass der Bewerber mindestens 15 Jahre alt ist und eine Jagdprüfung erfolgreich absolviert hat.
Die Prüfung setzt sich zusammen aus einem praktischen Schießtest, sowie einer schriftlichen und einer mündlichen Prüfung. Der Schwierigkeitsgrad der Jagdprüfung ist nicht ohne, nicht umsonst wird der Erwerb des Jagdscheins in Jägerkreisen das „grüne Abitur“ genannt.
Der zukünftige Jäger muss ein umfassendes Wissen an Wildbiologie, Wildschadensverhütung, Waffenrecht, Führung von Jagdwaffen und Jagdhunden, Erlegen des geschossenen Wildes und vielen weiteren Gegebenheiten, die das Jagen mit sich bringt, aufweisen. Ähnlich wie bei der schriftlichen Führerscheinprüfung, gibt es Ankreuz-Fragen (Multiple-Choice), jedoch sind zum Teil auch offene Antworten gefragt. In der praktischen Prüfung wird der Absolvent während einem Jagdausflug begleitet und in bestimmten Sachlagen getestet.
Zur Vorbereitung auf die Jagdprüfung gibt es spezielle Lehrgänge, die in den meisten Bundesländern Pflicht sind. Insgesamt dauert die Ausbildung circa ein Jahr, bis der Jagdschein erworben werden kann, teilweise werden aber auch Intensivkurse angeboten. Mittlerweile gibt es sogar Jagd-Software, in denen eine Prüfung simuliert werden kann und das Lernen zu Hause unterstützt. Anmeldungen zur Jagdprüfung nimmt das zuständige Amt für Landwirtschaft und Forsten entgegen. Prüfungsmöglichkeiten sind meist ein Mal pro Quartal und finden auf Landesebene gleichzeitig statt. Der Anmeldeschluss ist jeweils vier Wochen vor der schriftlichen Prüfung. Nach Bestehen des schriftlichen Teils hat der Prüfling zwei Jahre Zeit, die beiden anderen Teile erfolgreich abzulegen.